m Frühjahr 1999 absolvierte ich in der Kastanienschule in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) mein Blockpraktikum der Fachrichtung Geistigbehindertenpädagogik. Meine Mentorin setzte dort erfolgreich das Stationslernen als Organisationsform von Übungs- und Festigungsstunden ein. Dadurch angeregt, probierte ich mich selbst darin aus und machte die theoretisch-wissenschaftliche Untersuchung dieser Übungsform zum Thema meiner Examensarbeit.
Zunächst werden als entscheidender Ausgangspunkt die Adressaten des Unterrichts, die Schüler/innen mit geistiger Behinderung in den Blick genommen. Hier stehen vor allem lernrelevante Verhaltensmerkmale dieser Schülerklientel im Mittelpunkt. Daraus folgend wird der Unterricht mit seinen didaktischen Prinzipien und den didaktischen Modellen der Entwicklungsorientierung und Handlungsorientierung näher betrachtet. Besonders im gemeinsamen Unterricht ist den Lernmöglichkeiten von Schüler/innen mit geistiger Behinderung durch anderen Unterricht Rechnung zu tragen. Allerdings wird im Rahmen der Arbeit die Integration nicht in den Mittelpunkt gerückt.
Im folgenden wird sich mit dem Problem der Definition von Offenem Unterricht und den Versuchen, durch verschiedene Begriffsbestimmungen einen Konsens zu finden, beschäftigt. Es werden die Freie Arbeit und der Projektunterricht als methodische Formen von Offenem Unterricht vorgestellt. Theoretisch wird geprüft, ob und inwieweit offene Unterrichtsformen im Unterricht mit Schüler/innen mit geistiger Behinderung einsetzbar sind. Anschließend wird das Lernen an Stationen als eine neue Form des Offenen Unterrichts mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Der Lehrplan der Schule für geistig Behinderte wird in Aufbau, den Umsetzungsmöglichkeiten in Unterricht und Erziehung sowie der Übertragbarkeit auf offene Unterrichtsformen geprüft und die für das Lernen an Stationen besonders geeigneten Lern- bzw. Themenbereiche vorgestellt. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Bewertung der Eignung dieser Unterrichtsform für den Unterricht bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung durch das Aufzeigen der Möglichkeiten und Grenzen.
Im Anhang schildere ich meine Erfahrungen während des oben genannten Praktikums und stelle einen fächerübergreifenden Stationsbetrieb (Werkstufe) dar.
Diese Arbeit wurde 2000 als wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen der ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Förderschulen verfasst.
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